David Friedrich Weinland – Was wir wissen können

Am Montag, 5. Oktober 2026, 19.30 Uhr im „Museum auf dem Schafhof“ referiert Dr. Reto Krüger über den Seminaristen David Friedrich Weinland, Autor des Steinzeit-Abenteuerromans „Rulaman“ und Naturforscher in weiten Teilen Amerikas.

Die GHV-Vortragsreihe zu den „Maulbronner Köpfen“ findet hiermit ihren Abschluss. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos.

Vortrag über Karl Friedrich Reinhard

Nach dem „Abendspaziergang“ im August setzt der GHV seine Vortragsreihe zu den zehn „Maulbronnern auf Zeit“ (also berühmt gewordenen Männern mit Klosterschul-Bezug), deren Büsten auf dem Schafhof stehen, fort:
Am Montag, 21. September 2026, 19.30 Uhr ist das „Museum auf dem Schafhof“ Treffpunkt für alle, die etwas über Karl Friedrich Reinhard erfahren möchten unter der Überschrift: „Dichter, Außenminister und Brieffreund Goethes“.


Andreas Felchle referiert über den in Schorndorf geborenen Maulbronner Klosterschüler von 1776 bis 1778 , der Literat war mit Beziehungen zu Schiller und Goethe, aber historisch wohl bedeutsamer zum „schwäbischen Franzosen“ wurde als Diplomat in Diensten der Revolution, Napoleon Bonapartes, beide(s) überlebte (!) und unter Ludwig XVIII. bis zum „Pair de France“ aufstieg.

Abendspaziergang vor dem Schafhofmuseum entlang der Maulbronner Köpfe am 13. August 2026

In der diesjährigen Vortragsreihe zu den 10 Maulbronner Köpfen fand mit dem Abendspaziergang am 13. August 2026 eine direkte Begegnung mit den 10 Skulpturen und ihren Viten statt. Trotz sommerlichem Hitzehoch fanden sich um die 30 Spaziergänger zu einer heiteren und nachdenklichen Runde entlang der Kunstwerke ein. Peter Krüger verstand es dabei jeden einzelnen Kopf zum Leben zu erwecken und ihm die Verbindung zu Maulbronn und die Bedeutung für gestern und heute näher zu bringen. Jeder Ex-Maulbronner erhielt dabei auch ein für ihn typisches Symbol. Klar gehörte das Holzrad samt der darunter liegenden Playmobilfigur zu Hermann Hesse. Der Hexenbesen stand für Johannes Kepler, dessen Mutter sich viele Jahre der erbarmungslosen Anklage der Hexerei stellen musste, und der im Zeitenumbruch, hin zum heliozentrischen Weltbild, sein Leben der Mathematik und der Astronomie gewidmet hat.

Links im Bild ein Mann mit Strohhut und karierten Hemd. Er hat einen weißen Kinnbart. Er hält einen Globus in der Hand und zeigt mit seiner rechten Hand darauf. In der Mitte und rechts sind zwei Büsten zu sehen. Die Mittlere Büste ist die von Ferdinand von Hochstetter. Die Büste rechts ist von Karl Friedrich Reinhard

Peter Krüger zeigt auf einem Globus die Weltumseglung von Ferdinand
von Hochstetter mit der Fregatte „Novara“ im Jahr 1857

Uta Süße-Krause erläuterte zu Beginn den Entstehungsprozess der 10 Maulbronner Köpfe und ging auf die Schwierigkeiten bei der Standortwahl ein. Auch Dr. Hatto Zeidler, der ausführende Künstler der Köpfe, war bei dieser besonderen Begehung zugegen. Frank Händle, einer der Hauptsponsoren und Ideengeber des Projektes, stellte den Zusammenhang zum 1987 erschienenen und von Hansjörg Ziegler herausgegebenen Buch “Maulbronner Köpfe“ her. Zwei Trinkpausen sorgten dann auch für einen regen Austausch unter den Spaziergängern, die auch die eine oder andere Anekdote gerne mit nach Hause nahmen.

Zwei sitzende ältere Männer. Der Mann links hat ein weißes T-Shirt und schaut nach rechts an der Kamera vorbei. Der Mann rechts trägt eine Brille und ein gestreiftes Hemd. Er hält das Buch "Maulbronner Köpfe" in die Kamera und es scheint das er gerade darüber redet.

Dr. Hatto Zeidler als Erschaffer der Figurengruppe und Frank Händle
bei der Einführung zu den 10 Maulbronner Köpfen

Abendspaziergang entlang der Maulbronner Köpfe

Heiteres und Nachdenkliches

am 13. August 2026

Nach den Vorträgen aus dem Juni und Juli zu den Seminaristen Eduard Zeller und David Friedrich Strauß lädt der GHV nunmehr ein zum „Abendspaziergang entlang der Maulbronner Köpfe – Heiteres und Nachdenkliches“ am Donnerstag, 13. August 2026, 19.30 Uhr.

Treffpunkt vor dem Museum auf dem Schafhof!

Peter Krüger und Andreas Felchle werden die „Maulbronner auf Zeit“ jeweils kurz vorstellen.

Zehn besonders prominente Klosterschüler bzw. Seminaristen hat Dr. Hatto Zeidler vor Jahren portraitiert. Seine Büsten dieser „Maulbronner Köpfe“ stehen zwischen Kunstsammlung Heinrich und dem Heimatmuseum.

Die „Wegstrecke“ am 13. August wird also ganz sicher körperlich nicht anstrengend, vielmehr geht es um einen „Spaziergang“ durch Maulbronner, Gesellschafts- und Geistesgeschichte.

Auch die Teilnahme an diesem dritten Teil der Vortragsreihe ist natürlich kostenlos.

Vortragsreihe 10 Maulbronner Köpfe – Teil 2

Viele Schüler der Evangelischen Klosterschule bzw. des Evangelischen Seminars Maulbronn sind im Laufe der Jahrhunderte seit 1566 zu profilierten und bekannten Persönlichkeiten geworden. Besonders berühmt wurden nicht zuletzt zehn Männer, die als „Maulbronner auf Zeit“ schon vor rund vierzig Jahren vom Autor Hansjörg Ziegler literarisch portraitiert wurden – die oft so genannten „10 Maulbronner Köpfe“ waren geboren.

Vor einigen Jahren hat Dr. Hatto Zeidler diese „Köpfe“ künstlerisch gestaltet; im Zusammenwirken mit dem damaligen Bürgermeister Andreas Felchle und einigen Sponsoren konnte der Geschichts- und Heimatverein Maulbronn die Idee umsetzen, die „10 Maulbronner Köpfe“ auf dem historischen Schafhof zu Maulbronn als dauerhafte Kunst im Stadtbild zu präsentieren.

Schon bald danach konzipierte der GHV eine Vortragsreihe zu den portraitierten Persönlichkeiten. Die Corona-Pandemie brachte die Vorträge wie so vieles zum Erliegen. Nach kräftigem Durchschnaufen ist der GHV nun so weit, die Vortragsreihe wieder aufzugreifen und zum Abschluss zu bringen!
Von Juni bis Oktober 2026 finden im Museum auf dem Schafhof bzw. im Seminar Maulbronn fünf Veranstaltungen statt.

Die Termine und Themen finden Sie hier: Termine & Veranstaltungen

Rückblick Vortragsabend zu Georg Herwegh

Vortragsabend zu Georg Herwegh und 175 Jahre Märzrevolution im Rahmen der Reihe – 10 Maulbronner Köpfe

“Mein ganzer Reichthum ist mein Lied . . . .“

Am Donnerstag, 11. Mai 2023 war es soweit. Das Museum auf dem Schafhof wurde nach bald dreieinhalb Jahren wieder zum Ort des Studium Generale. Diesmal war die Abendstunde mit “Mein ganzer Reichthum ist mein Lied …. – Das Leben des Georg Herwegh in Text und Musik“ überschrieben.

Dr. Hans Hermsen entfaltete auf vielfältige Weise Leben und Zeit dieses Schriftstellers, der für gut drei Jahre im evangelischen Seminar in Maulbronn die Klosterschulbank gedrückt hat.

Eigentlich war dieser Vortrag für den 26. März 2020 geplant gewesen. Doch wie so vieles fiel auch diese kulturelle Veranstaltung damals der Pandemie zum Opfer. Mit Georg Herwegh konnten nach Johannes Kepler, Friedrich Hölderlin und Ferdinand von Hochstetter der Reigen der Maulbronner Köpfe wieder aufgenommen werden.

Die rund 40 Zuhörer bekamen keinen trockenen Vortrag sondern eine hochqualifizierte Lebensbeschreibung und einen abwechslungsreichen Abend geboten. Immer wieder griff der Dozent zu einem Saiteninstrument, mal Ukulele, mal Mandoline oder auch Konzertgitarre und fügte die von ihm selbst vertonten Herwegh-Gedichte dem Referat bei. Eine Projektion mit zeitgenössischen Zeichnungen und Bildern diente der Anschaulichkeit.

Hans Hermsen beim Vortrag

Ausführlich wurde auf die Schuljahre Herweghs am Seminar in Maulbronn und die sich anschließende und bald abgebrochene Zeit am Stift in Tübingen eingegangen. Es folgten die Phasen als Deserteur beim württembergischen Militär und seine Umsiedlung in die Schweiz. Die “Gedichte eines Lebenden“, der sich darauf einstellende Ruhm in den deutschen Landen, sein Misserfolg beim Kronprinzen in Berlin und seine Verliebtheit und schnelle Heirat mit Emma geborene Siegmund waren dann weitere Stationen auf der Lebensleiter des ehemaligen Klosterschülers.

Herweghs Jahre in Paris im Exil, die sich vor allem in Süden der deutschen Lande ausbreitende Märzrevolution von 1848, der Wunsch der Menschen nach Einigkeit (Nationalstaat), Recht und Freiheit und die erste frei gewählte Nationalversammlung in Frankfurt folgten. Letztlich wurde der vergebliche Versuch von Georg und Emma Herwegh von Paris aus mit 800 Exulanten Friedrich Hecker zu Hilfe zu kommen aufgezeigt. Die Revolution war gescheitert, die dem preußischen König angetragene Kaiserkrone abgelehnt und die letzten Widerständler in der Festung Rastatt von preu ßischen Truppen im Juli 1849 besiegt. Ein Maulbronner auf Zeit hat diese Geschichtsepoche ein klein wenig mitgeprägt.

Mit langanhaltendem Applaus dankte das Publikum Hans Hermsen für diese spannenden eineinhalb Stunden lebendigen Geschichtsunterrichts. Die beiden Vorsitzenden des Geschichts- und Heimatvereins taten das ebenfalls und wünschten allen Gekommenen einen guten Nachhauseweg.

Das Leben des Georg Herwegh

Mein ganzer Reichtum ist mein Lied…

Der Geschichts- und Heimatverein lädt Mitglieder und FreundInnen am 11. Mai 2023 um 19.00 zu einem Vortrag von Hans Hermsen über Georg Friedrich Rudolf Theodor Herwegh ein: einen der 10 Köpfe, die auf dem Schafhof als berühmte Seminaristen von Maulbronn stehen.

„Donnern will ich durch die Lande“, so war die Stimme der Revolution von ihm weithin zu hören und zu lesen. Er nannte sich selbst einen Dichter der Freiheit, was ihn sein ganzes Leben begleitete.

In dem Vortrag wird Georg Herwegh, geboren 1817, in den Stationen seines Lebens über die Kindheit, die Zeit von 1832-35 im Seminar von Maulbronn und alle weiteren Phasen seines Lebens vorgestellt und auf dem Hintergrund historischer Rahmenbedingungen erläutert. Georg Herweg war ein außergewöhnlich guter politischer Analyst, Dichter und auch Lebemensch, seinen Idealen immer treu. Der Höhepunkt von Herwegh war die Veröffentlichung der “Gedichte eines Lebendigen“ 1841, die ihn zu einem begehrten Lyriker machte für die Menschen, die sich die Beendigung der feudalstaatlichen Ordnung wünschten.

Der Vortrag geht auch auf die verschiedenen aus der germanistischen „Zunft“ kommenden Polemiken ein, er sei ein „Salonrevolutionär“, „Politkasperle“ und Hysteriker gewesen und auch auf viele Zeitgenossen, die ihn ausgegrenzt, ignoriert oder verächtlich gemacht haben. Im Vortrag wird die besondere Bedeutung Herweghs als urteilssicherer Literaturkritiker, standhafter Demokrat gegen die Militarisierung des Feudalstaates Preußen, „gegen Kriegsidiotentum“ aufgearbeitet und vor allem sein Interesse für die soziale Fragen im Kampf gegen die Kluft von Arm und Reich thematisiert.

In seinen Liedern fand er immer produktive Antworten als Europäer, als am Allgemeinwohl orientierter und in der Abneigung von Krieg – „Blut soll fließen aber in uns“ – als Kämpfer für den Frieden.

Einige Texte werden im Vortrag von Hans Hermsen vertont und vorgestellt. Hierin zeigen sich seine unbeugsame Haltung für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit und der Wunsch einer freien Erziehung für alle.